Beibehaltung der Zugangsbeschränkung und was sich im Senat sonst noch so tut

In diesem Blogeintrag erfährst Du

  • wie wir ein Statement des Senates für die Beibehaltung der Zugangsbeschränkungen an unserer Uni erwirken konnten,
  • wieso ein solches Statement zum jetzigen Zeitpunkt absolut notwendig ist,
  • wieso eine neue Regelung beschlossen wurde, die die befristete Suspendierung einzelner Studierender von den Lehrveranstaltungen ermöglicht,
  • welche Lösung bezüglich Free Mover erreicht werden konnte
  • und noch einiges mehr.

Wenn Du weitere Fragen hast, die in diesem Blogeintrag nicht beantwortet werden, dann besuch unsere Facebook-Seite, schreib an [email protected] oder komm bei einer unserer unzähligen Veranstaltungen vorbei!

Unser Antrag auf Beibehaltung der Zugangsbeschränkungen

Aufgrund prominenter Stimmen (u. a. LR Darabos, BM Oberhauser oder ÄK-Präsident Jonas), die in den vergangenen Monaten wiederholt eine Abschaffung der Zugangsbeschränkungen in den Fächern Human- und Zahnmedizin anstrebten, eine massive Aufstockung dieser Studienplätze forderten oder den MedAT für lokale Engpässe in der ärztlichen Versorgung verantwortlich machten, haben wir dem Senat ein Statement zum Beschluss vorgeschlagen, das sich klar für die Beibehaltung von Zugangsbeschränkungen ausspricht und diese Äußerungen scharf zurückweist. Denn nur so kann eine entsprechende Ausbildungsqualität weiterhin gewährleistet werden. Ressourcen wie Geld, geeignete Lehrende und Räumlichkeiten sind nur begrenzt vorhanden. Es wäre daher in höchstem Maße verantwortungslos, die Zugangsbeschränkungen an unserer Universität – wie von UFMUW (Unabhängig Fachschaftsliste MUW) und der zugehörigen Bundesfraktion FLÖ (Fachschaftslisten Österreich) gefordert – aufzuheben. Es ist für jede vernünftige Person einleuchtend, dass in so einem Fall die Ausbildungsqualität in keinster Weise aufrechterhalten werden könnte!

Aus den genannten Gründen erhielt das von uns eingebrachte Statement die vollinhaltliche Unterstützung von unzähligen VertreterInnen der ProfessorInnenkurie und des Mittelbaus und wurde schlussendlich vom Senat beschlossen. Es freut uns, dass wir auf diese Weise einen Beitrag zur Sicherung der Qualität der Lehre an unserer Universität leisten konnten.

HIER findest Du das Statement, das der Senat auf unseren Antrag beschlossen hat, im Wortlaut.

Aber ihr wart 2015 für “freien Hochschulzugang”. Warum habt ihr eure Meinung geändert?

Es ist richtig, dass wir uns in der Vergangenheit immer wieder für “freien Hochschulzugang” ausgesprochen haben. Damit war jedoch stets gemeint, dass wir gegen Studiengebühren sind bzw. für die Abschaffung von Studiengebühren in Österreich eintreten. Das ist unserer Meinung nach sehr wichtig, da es nicht vom sozialen Status abhängen soll, wer Medizin studieren kann, sondern einzig und allein von der fachlichen Eignung. Außerdem sind Studiengebühren für unsere Universität sinnlos: Sie würden nur die einzelnen Studierenden finanziell belasten, hätten aber keinen signifikanten Einfluss auf das Budget der MedUni Wien.

Weiters treten wir dafür ein, dass die Teilnahme am Auswahlverfahren zum Medizinstudium an unserer Universität keine finanzielle Belastung für die TeilnehmerInnen darstellen soll. Stattdessen plädieren wir für eine Lösung, bei der jenen TeilnehmerInnen, die erscheinen und zum Aufnahmetest antreten, der Kostenbeitrag rückerstattet wird.

Aufgrund von einigen unberechtigten Vorwürfen aus den letzten Tagen möchten wir an dieser Stelle betonen: Entgegen anderslautender Gerüchte haben wir uns auch in der Vergangenheit nie für die Aufhebung der Zugangsbeschränkungen an unserer Universität ausgesprochen.

Satzungsänderung

Nach langer und intensiver Diskussion wurde eine vom Rektorat eingebrachte Satzungsänderung in abgeschwächter Form beschlossen, die eine zeitlich befristete Suspendierung einzelner Studierender von Lehrveranstaltungen ermöglicht. Anlass für den Antrag des Rektorats ist ein konkreter Einzelfall, in dem ein verurteilter Straftäter, der wiederholt bestimmten Bediensteten unserer Universität mit Mord gedroht hat und allen Nicht-Muslimen das Recht zu leben abspricht, aus der Haft bzw. aus einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher entlassen wurde und nun sein Studium an der Medizinischen Universität weiter betreiben möchte.

Als Ergebnis der Diskussion im Senat wurde der Antrag geringfügig abgeändert, sodass das Rektorat eine Suspendierung nur für acht Wochen befristet (statt zwei Jahre) aussprechen kann und die endgültige Entscheidung für einen längeren Zeitraum vom Senat getroffen wird, was unserer Meinung nach eine wesentliche Verbesserung der Regelung gegenüber der ursprünglich geplanten Version darstellt. Schlussendlich erhielt der Antrag im Senat eine Mehrheit und wurde somit beschlossen.

Gute Nachrichten zu Free Mover

Dieses Thema sorgte bei den Studierenden im vierten Studienjahr für einen Schock, da plötzlich kurz vor Weihnachten von der Curriculumdirektion bekanntgegeben wurde, dass Free Mover-Auslandsaufenthalte ab dem nächsten Studienjahr nur noch semesterweise (d.h. mind. drei Tertiale) möglich sind. Das und insbesondere die sehr späte Bekanntgabe der neuen Regelung lösten große Empörung unter den Studierenden aus. Der stv. Curriculumdirektor Prof. Horn behauptete im Senat, diese Vorgehensweise hätte die Zustimmung der ÖH Med Wien erhalten und wäre sonst nicht in dieser Form durchgezogen worden. Diese Sichtweise dürfte aber nicht den Tatsachen entsprechen. Denn soweit wir wissen, hat nie einE StudierendenverterIn diesen Plänen zugestimmt, weder der Regelung an sich und schon gar nicht der Umsetzung ab nächstem Studienjahr.
Jedenfalls gibt es nun gute Nachrichten: Vizerektorin Rieder sicherte dem Senat zu, dass die neue Regelung erst ab Studienjahr 2018/19 vollstreckt wird, sodass im nächsten Studienjahr einzelne Tertiale im Ausland über Free Mover wie bisher möglich sind. Besonderer Dank für seinen Einsatz gilt dem Studienvertreter Leon Fierek, der maßgeblich an den Verhandlungen mit der Curriculumdirektion beteiligt war. Mehrere MandatarInnen des Senates übten heftige Kritik an der Vorgehensweise der Curriculumsdirektion: Einerseits weil der Senat bei einer so wichtigen Entscheidung übergangen wurde, andererseits weil die Regelung schlecht und zu kurzfristig kommuniziert wurde.

 

Was sonst noch geschah

  • Gerda Bernhard (allgemeine Universitätsbedienstete) wurde zur 3. stv. Vorsitzenden des Senats gewählt, Prof. Elisabeth Presterl (ProfessorInnenkurie) zur 4. stv. Vorsitzenden.
  • Die Good Scientific Practice-Regelungen unserer Universität wurden geringfügig adaptiert und vom Senat neu beschlossen.
  • Die Verordnung zur Durchführung des MedAT wurde vom Senat beschlossen. Sie ähnelt weitgehend der vom vergangenen Jahr. Neu ist, dass ein weiterer Untertest namens “Emotionen erkennen” hinzugefügt wurde.
  • Der Senat hat sich dafür ausgesprochen, ein System zu etablieren, mit dem FachärztInnen im AKH aus der Ferne auf die Daten ihrer PatientInnen zugreifen können.

Wir hoffen, dass wir Dir einen Überblick geben konnten, was im wichtigsten Gremium der MedUni Wien, in dem Studierende vertreten sind, passiert ist. Falls Du weitere Fragen hast, schreib an [email protected], besuche unsere Facebook-Seite oder komm bei einer unserer unzähligen Veranstaltungen vorbei!

Besonders würde uns interessieren, was Du von den von uns im Senat vertretenen Positionen hältst, was für Themen Dir im Senat besonders wichtig sind und ob wir irgendetwas tun können, damit Du Dich noch besser von uns vertreten fühlst. Wir sind gespannt auf Deine Anregungen an [email protected].

 

 

 

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